Therapeutisches Konzept

Wir alle kennen Situationen, in denen wir uns anders verhalten als wir es möchten. Als Kinder möchten wir eigentlich mit unseren Eltern kooperieren, aber dann kommt etwas dazwischen. Als Jugendliche wollen wir uns von anderen nicht einschüchtern lassen, aber es klappt nicht. Und als Eltern nehmen wir uns vor, das nächste Mal nicht mit unseren Kindern zu schimpfen, aber dann passiert es doch wieder.

Dies weist darauf hin, dass es verschiedene Instanzen in uns gibt, die unser Verhalten steuern. Oft liegen sie im Streit miteinander, und wir verwickeln uns in Widersprüche. Wenn die inneren Konflikte sehr stark werden, fühlen wir uns nicht mehr wohl. Es kommt zu Grübeleien, zu Konflikten mit anderen Menschen, oder es treten bestimmte Symptome auf - beispielsweise körperliche Beschwerden oder Panikattacken. Diese Symptome haben immer einen Sinn und verraten etwas darüber, was in unserem Inneren eigentlich los ist.

In der Psychotherapie suche ich gemeinsam mit dem Kind oder der/dem Jugendlichen danach, was der Sinn eines Symptoms sein könnte. Für die tiefenpsychologisch fundierte Therapie bedeutet das, auch nach biographischen Ursachen zu schauen. Ziel der Therapie ist immer, dass das Kind sich selbst und andere besser versteht, freundlich mit sich und anderen umgeht. Es soll erreicht werden, dass die unterschiedlichen Instanzen im Inneren, von denen anfangs die Rede war, sich nicht mehr bekriegen, sondern sich besser miteinander vertragen können.

Dies wird in der Kindertherapie erreicht, indem gespielt wird - auch Rollenspiele -, gemalt, geknetet und gebastelt. Als Therapeutin greife ich dabei über einen langen Zeitraum relevante Dinge, die mir auffallen, auf und bringe sie wertschätzend zur Sprache. Das Kind kann sich dadurch immer besser kennen lernen und verstehen. Dadurch kann das Symptom langsam verschwinden.

Mit Jugendlichen wird überwiegend gesprochen. Um innere und äußere Konflikte und ihre Lösungen besser darzustellen, kommen kreative Techniken zum Einsatz - z.B. Familienbrett, Bilder, therapeutische Karten, Collagen und Tonfiguren. Manchmal werden auch Übungen gemacht, bspw. Wahrnehmungs-, Atem- oder Entspannungsübungen.

Parallel zur eigentlichen Therapie werden Gespräche mit den Eltern geführt, in der Regel einmal im Monat - wenn die Kinder schon größer sind, auch seltener. Hier wird besprochen, wie die Eltern ihre Kinder unterstützen können. Die Eltern geben der Therapeutin in diesen Gesprächen auch wertvolle Hinweise über frühere Abschnitte im Leben des Kindes, an die es sich nicht mehr erinnert.

Ohne den Einbezug der Eltern - über Elterngespräche - ist eine Kindertherapie sinnlos, da sie scheitern wird. Nur in Einzelfällen oder wenn die Kinder schon erwachsen sind, sind Elterngespräche nicht mehr erforderlich.